Am Anfang war das Wortund das Wort war bei Gott

und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. 

Alles ist durch das Wort geworden

und ohne das Wort wurde nichts,

was geworden ist.

In ihm war das Leben

und das Leben war das Licht der Menschen.

Und das Licht leuchtet in der Finsternis

und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Joh. 1,1,3-5

WortKunst

Nicht erst bei dem Evangelisten Johannes wird das Wort an den Anfang und Gott gleich gestellt. Bereits die alten Griechen - die Urväter der abendländischen Philosophie - maßen dem richtigen Wort zu rechten Zeit ein hohes Gewicht bei. Davor schon verwies Konfuzius auf die Wichtigkeit des achtsamen Wortes und noch viel, viel länger vor unserer Zeit führten im Gilgamesch-Epos die gegen eine Schilfwand gesprochenen Worte zu einem warnenden Traum.  

 

Mir ist nicht bekannt, welche Bedeutung das gute, richtige Wort zum Beispiel bei den Neandertalern hatte. Ich mutmaße, dass sie vergleichsweise gering war, weil die Wahrnehmung, die Perzeption und das Sprachvermögen bei ihnen noch ein anderes war. Indes beobachte ich täglich den rasanten Verfall der Sprache. Internetseiten, auch die Guten [!], tauschen immer mehr Worte gegen immer mehr Bilder und diese ausgedünnten Texte gibt es dann auch noch in einfacher Sprache. Nicht nur Hermann Hesse wird zunehmend seltener im Original gelesen, sondern von dem Deutsch zu Hesses Zeiten ins Deutsch der Gegenwart übersetzt.

 

All das mag gut und notwendig sein. Die Pflege, Kultivierung oder gar Weiterentwicklung einer Hochsprache wurde abgelöst von einem rasanten Verfall und dem Verlust der Befähigung zur komplexen Sprache. Seit Einführung von Smartphone, Autokorrekturen, Textvorschlägen können immer weniger Texte noch lesend verstehen und die Zahl der funktionalen Analphabeten steigt. Es wird dunkler, das Licht in der Finsternis, um auf Johannes zurück zu kommen

 

Auch gebildeten Menschen fällt der Umgang mit dem richtigen Wort zu rechten Zeit immer schwerer. Sie erkennen und schätzen gute Texte, leiden unter dem Qualitätsverlust der guten, überregionalen Tageszeitungen, würden gerne selber gute Texte verfassen können, aber das braucht Zeit und dazu kommt das eigentümliche Phänomen, dass, hat man erst einmal etwas gesagt oder geschrieben, es fast ein Naturgesetz ist, dass einem hinterher die genau richtigen Worte einfallen. Dann - und nur dann - weiß man, wie man es hätten sagen, schreiben, ausdrücken wollen ... aber eben ... hinterher!

 

Nun muss man im richtigen Leben gar nicht alles selbst können oder wissen. So repariere ich weder mein Auto, noch operiere ich mir meinen Blinddarm und ich schneide mir auch nicht selbst die Haare. Und genau so ist es auch mit dem guten Wort, dem Wort als Kunst, der Wortkunst. Sie brauchen den einen Text – aber Ihr Entwurf kommt nicht auf den Punkt, es wird nicht rund, trifft nicht den richtigen Ton, bildet den Sachverhalt nicht richtig ab, ist zu langatmig,  Aperçus und Zitate fehlen? Oder es ist ganz banal zu wenig Zeit, so gerne Sie es auch selber verfassen möchten?

 

Der Schriftsteller und vormalige Staatsanwalt Ferdinand von Schirach, im Verfassen von Texten wohl bestens geübt, betont in Interviews, dass er pro Tag eine Seite schreibe. Das bloße Schreiben einer Seite ist in wenigen Minuten erledigt, wenn Sie schnell tippen können. Einen ausdrucksstarken Text zu verfassen, der genau das ausdrückt, was Sie mitteilen möchten, frei von Schnörkeln, Redundanzen oder Interpretation, ist eine ganz andere Arbeit, als das bloße Schreiben. Es muss vorformuliert, nachbetrachtet und korrigiert werden, erfordert Recherche und Auseinandersetzung. 

 

Vorgedachtes verändert sich in Charakter und Qualität beim Schreiben. In den am einfachsten klingenden Texten steckt häufig die meiste Arbeit. Viel Text raushauen ist kein Problem, ein Fünfhundertseitenwälzer schreibt sich leichter als eine Verdichtung auf 150. Es auf den Punkt zu bringen ist die Kunst. Und so, wie verblüffend viele Menschen ihre eigene Stimme nicht gerne hören, mögen sie auch ihre eigenen Texte nicht - was das Erschaffen eines guten Textes nicht einfacher macht!

 

Sie haben eine Antrittsrede vor sich; die Ehre, zu einem besonderen Anlass einer besonderen Persönlichkeit zu sprechen; brauchen einen interessanten Vortrag; möchten eine Fach-/Arbeit verfassen, mit der Sie Ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen wollen oder gar müssen. Sie möchten das Besondere, haben aber keine Zeit zum Nachdenken, Recherchieren und dem geduldigen Feilen an Worten und Sätzen, dann überarbeite oder erstelle ich mit großer Leidenschaft Ihre Texte.

 

Ich liebe den Umgang mit Worten, bin neugierig auf Menschen und ihre Themen und setzte mich unendlich gerne mit Neuem auseinander. Deshalb befasse ich mich auch immer wieder mit ausgewählten Texten und Projekten anderer, wenn sie etwas Besonderes sind. Hier ist kein Schreibbüro! Das reine Tippen oder orthographische, semantische Korrekturen bekommen Sie woanders preiswerter. Hier bekommen Sie WortKunst, die ihren Preis wert ist.

 

Je nach Anlass, Art und Umfang planen Sie bitte Zeit für ein Gespräch, in dem wir die Inhalte, Intention  und Ausrichtung besprechen. Ich brauche Informationen über Absender, Adressaten und Anlass. Bei zu druckenden Texten muss Format, Seitenzahl, Schriftart, Papierauswahl, Bindung, Umschlag, ggf. handschriftlich zu Gestaltendes ausgewählt werden. Bei Bedarf trainieren wir das Vortragen und planen Art, Ort und Mittel für eine Präsentation mit dem bestmöglichen Effekt.

 

Die von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen unterliegen der Verschwiegenheit. Aus diesem Grund finden Sie hier auch keine Referenzübersichten. Die Preise für Ihr WortWerk sind so individuell wie Ihr Text und abhängig von Art und Umfang des Textes, der Recherche und Vorbereitung. Material-, Fahrt- oder Recherchekosten kommen on the top.

 

Wenn Sie also mit einem Text gerade feststecken oder demnächst etwas benötigen, für dessen Vorbereitung Ihnen die Zeit fehlt, schicken Sie mir Ihr Thema, einen ersten Entwurf oder Stichpunkte. Wie analysieren und besprechen Ihren Bedarf detailliert. Bitte kalkulieren Sie genügend Vorlaufzeit ein, wenn Sie einen fixen Termin haben!  

Zitat des Tages

"Während meines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten habe ich bemerkt, daß eine demokratische Gesellschaftsordnung wie die der Amerikaner für die Errichtung des Despotismus einzigartige Möglichkeiten bieten könnte; [...] Ich bin überzeugt, daß es leichter ist eine absolute und despotische Regierung in einem Volk zu errichten, in dem die gesellschaftlichen Bedingungen gleich sind, als in einem anderen, und ich glaube, eine derartige Regierung würde - einmal in einem solchen Volk errichtet - die Menschen nicht nur unterdrücken, sondern auf die Dauer jedem einige der wesentlichen Attribute der Menschheit entreißen. Der Despotismus erscheint mir daher in den demokratischen Zeiten als eine besondere Gefahr."

Alexis de Toqueville 1840

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